Fragen und Antworten
Kyudo-FAQ kurze Antworten auf häufige Fragen

Kann auch ich Kyudo lernen?
Wahrscheinlich ja! Kyudo ist gleichermaßen für Frauen und Männer jeden Alters geeignet. Die zum Schießen benötigte Kraft lässt sich individuell mit der passenden Ausrüstung einstellen. Aufgrund der hohen Verantwortung, die das Handhaben von Pfeil und Bogen mit sich bringt, akzeptieren wir Jugendliche jedoch erst ab 14 Jahren.
Ist Kyudo leicht zu erlernen?
Nein. Der “Weg des Bogens” bedarf einer geduldigen und strebsamen Lebenseinstellung. Lernwille und stetiges Üben sind gute Voraussetzungen, um Fortschritte zu erzielen. Schnelle und leichte Erfolge werden sich nicht einstellen. Vor allem im Kyudo gilt: Der Weg ist das Ziel. Das Ziel zu treffen “ohne dem Willen es zu treffen”, das braucht seine Zeit.
Was kann Kyudo in mir entwickeln?
Kyudo ist sehr ehrlich. Niemand sonst kann auf das Ergebnis einwirken außer der Schütze selbst. Insofern ist Kyudo eine recht introvertierte Übung: Das Training fördert die Konzentration, die Fähigkeit zur Selbsteinschätzung, sowie die Entwicklung des Körpergefühls. Körperhaltung und Bewegungskoordination werden gestärkt. Vor allem aber dient Kyudo der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit, Disziplin und des Verantwortungsbewusstseins.
Ist Kyudo gefährlich?
Der Bogen ist eine Waffe. Auch wenn die Pfeilspitzen stumpf sind, bleiben sie dennoch Pfeilspitzen. Bei verantwortungslosem und fahrlässigem Umgang können Menschen durchaus schwer verletzt werden. Die Übungsleiter achten darauf, dass der Umgang mit dem Bogen exakt beherrscht wird, bevor sie das Schießen auf große Entfernung erlauben. Darüberhinaus ist es Anfängern strengstens verboten, außerhalb der Übungsräume einen Pfeil an die Sehne zu setzen. Auf Disziplin und Eigenverantwortung wird großer Wert gelegt.
Wie läuft eine Kyudo-Ausbildung ab?
Als Anfänger werden Sie zunächst mit dem Gomuyumi üben, einem von uns zur Verfügung gestellten Bogen-Simulationsgerät. Es handelt sich dabei im Wesentlichen um einen Holzgriff mit einem an der Spitze befestigten Ziehgummi zur Darstellung von Bogengriff, Pfeil und Sehne. Mit dem Gomuyumi werden die dem Kyudo zugrunde liegenden Bewegungsabläufe, die Hassetsu, eingeübt.
Wenn nach 3-6 Monaten eine ausreichende Grundlage (korrekte Atmung, Rhythmus und Bewegungstechnik) vorhanden ist, dürfen Sie zu Pfeil und Bogen übergehen. Zunächst schießen Sie auf zwei Meter Entfernung in ein Strohbündel, das Makiwara.
Wenn die Übungsleiter sich von Ihren gelernten Fähigkeiten überzeugt haben, werden Sie zum Schießen auf das 28 Meter entfernte Ziel, das Mato, ausgebildet. In der Regel geschieht dies bei regelmäßiger und aufmerksamer Teilnahme nach einem halben bis ganzen Jahr.
Ist Kyudo teuer? Welche Ausrüstung brauche ich?
Kyudo ist günstig, aber nicht billig. Preislich befindet es sich in etwa mit dem Skisport auf einer Ebene. Zu Beginn reichen langärmelige, neutralfarbene Trainingskleidung und warme Socken, alles Weitere wird von uns bereitgestellt.
Erst wenn Sie die etwa halbjährige Einstiegsphase überwunden haben und mit dem Bogen schießen möchten, stehen erste Anschaffungen an. Es muss nicht alles auf einmal gekauft werden. Bitte seien Sie sich aber im Klaren, dass wir Ihnen ohne komplette Ausrüstung kein Kyudo beibringen können; Spätestens nach 18 Monaten sollte daher alles in Ihrem Besitz sein.
Die Ausrüstung eines Kyudoka besteht aus:
Drei-Finger Handschuh, ab 200 Euro
Bogen, neu ab 300 Euro
Satz von sechs Pfeilen, ab 90 Euro
Pfeilköcher, ca. 35 Euro
Übungskleidung, ca. 100 Euro
Die hier genannten Ausrüstungsteile halten bei korrekter Pflege gut 10 Jahre und darüber hinaus. Die Deutschen Vereine unterhalten auch einen regen Tauschhandel mit gebrauchten Gegenständen!
Gibt es Graduierungen und Meisterschaften?
Kyudo ist auch ein kompetitiver Bogensport. Der Deutsche Kyudo Bund (DKyuB) und die Landesverbände bieten Prüfungslehrgänge an, in denen Kyū-Grade (5. bis 1. Kyū) verliehen werden. Ab dem 3. Kyū ist man zur Teilnahme an landes– und bundesweiten Meisterschaften berechtigt.
Voraussetzung ist eine Mitgliedschaft im DKyuB, an den ein Jahresbeitrag zu entrichten ist.
Ist Kyudo eine Zen-Meditation?
Nein. Dieses Missverständnis geistert dank Eugen Herrigels “Zen in der Kunst des Bogenschießens” schon seit vielen Jahren herum. Kyudo fördert zwar Konzentration und Fokussierfähigkeit, bleibt dabei jedoch nicht mehr und nicht weniger als Kyudo: Reines japanisches Bogenschießen.
Kann oder muss ich Japanisch lernen?
Ein wenig. Kyudo ohne Japanisch ist wie Musik ohne Italienisch. Sie werden einige Begriffe auf Japanisch lernen müssen, da wir sonst nicht auf einer Ebene kommunizieren können. Doch keine Panik – Die Wörter werden im Unterricht häufig wiederholt und können so im Lauf der Zeit verinnerlicht werden.
Ist der Mitgliedsbeitrag hoch?
Die Beiträge werden von unserem Dachverein festgelegt (mehr Infos hier). Erwachsene bezahlen etwa 11 Euro im Monat (Stand: November 2011). Es gibt auch Jugend– und Familientarife.
Kann ich mir aussuchen, welchen Kyudo-Stil ich lerne?
Im Ginko Dojo Freiburg wird die Kyudo-Schule Heki-ryū Insai-ha unterrichtet. Wir begrüßen zwar regelmäßig Praktizierende anderer Schulen, beispielsweise Ogasawara-ryū und Honda-ryū, doch die Möglichkeit diese Stile zu erlernen besteht bei uns zur Zeit nicht.
Ist Kyudo das Non-plus-ultra des Bogenschießens?
Einmal fragte uns jemand ob es denn stimme, dass Kyudo die beste und höchste Form des Bogenschießens sei. Unsere Antwort lautet “nein”. Westliches Bogenschießen und Kyudo verfolgen unterschiedliche Ziele. Das Wesen des Kyudo liegt im Schuss, nicht im Treffer.


