Geschichte des Kyudo
Kyūdō Japanisches Bogenschießen
Willkommen Was ist Kyudo? Geschichte Ausrüstung

Der Bogen ist eine der ältesten Waffen, die vom Menschen erfunden wurde. Dies trifft auch bei der Urbevölkerung Japans zu, wo der Bogen schon früh seine ungewöhnliche, asymmetrische Form erhielt. Warum es dazu kam, ist bis Heute nicht eindeutig geklärt.
In einem Zeitalter großer Unruhen zwischen den 12. und 16. Jahrhunderten n. Chr. bildeten sich eine Vielzahl verschiedener Schulen der Bogenkunst. Tatsächlich war es üblich, dass in jeder Armee ein eigener Stil des Schießens entwickelt wurde. Ganz besonders taten sich die berittenen Schützen der Klans der Takeda und Ogasawara, sowie die von Heki Danjō Masatsugu ausgebildeten Fußsoldaten im Kampf hervor.
Allerdings verlor der Bogen angesichts der aus Europa importierten Musketen allmählich an Bedeutung. Um diese Kunst zu bewahren, entwickelte sich im japanischen Adel das Bogenschießen zu einem wichtigen Teil von Zeremonien und Prüfungen der eigenen Ausdauer und Willenskraft.

Nachdem Japan sich über Jahrhunderte dem Ausland verschlossen hatte, führte die Restauration der Autorität des Kaisers 1868 (Beginn der Meiji-Ära) zur vollständigen Entmachtung des Shogunats und der Samurai. In dieser Zeit ist es wohl vor allem Toshizane Honda, einem Professor der Universität Tokio zu verdanken, dass die Kunst des Bogenschießens nicht gänzlich in Vergessenheit geriet; Er führte die verschiedenen kriegerischen und zeremoniellen Stile zur neuen Honda-ryū Schule zusammen, die in der Öffentlichkeit auf großes Interesse stieß.
Kyudo, wie wir es Heute kennen, entstand schließlich im Jahr 1949 mit der Gründung des Zen Nihon Kyūdō Renmei, dem Gesamt-Japanischen Kyudo-Verband. Nach den vom ZNKR niedergelegten Regelwerken für Form und Lehre wird Kyudo nun weltweit von etwa einer halben Million Menschen praktiziert.
Kyudo in Deutschland
Mit dem Besuch von Professor Genshirō Yoshimichi Inagaki (Hanshi, 9. Dan) im Jahr 1969 kam Kyudo erstmals auch nach Deutschland. Als Großmeister der alten Heki-ryū Insai-ha bildete Prof. Inagaki in dieser Zeit viele zukünftige deutsche Trainer aus und kehrte beinahe jährlich nach Deutschland zurück. Bis zu seinem Tod im Jahr 1995 war er Bundestrainer des Deutschen Kyudo Bundes und für viele Kyudoka ein lebendes Vorbild. Auch Heute werden die von ihm niedergeschriebenen Lehrtexte als wichtige Erläuterungen im Unterricht herangezogen.
In den Folgejahren wurde die deutsche Kyudo-Landschaft noch um weitere Schulen erweitert. So sind nun auch der moderne Stil des ZNKR und die Heki-ryū Chikurin-ha in Deutschland angesiedelt.

